Das Pulvermaar liegt ungefähr einen Kilometer in östlicher Richtung von Gillenfeld im Kreis Daun in einem ringsum von hohen Kraterwänden eingeschlossenen Kessel. Es ist das schönste und größte Eifelmaar. Der Wasserspiegel erstreckt sich 410 m über dem Meeresspiegel über 36 ha und bildet fast einen Kreis. Die Wassermenge beträgt bei einer Tiefe von 74 m 13.170.000 m³. Die steil abfallende Kraterwand liegt in ihrem höchsten Punkte 70 m höher als der Wasserspiegel.

Abb. 1:  Einzugsgebiet des Pulvermaares 
(aus Scharf 1987)



Abb. 2:
Schematische Darstellung einer windin-
 duzierten Horizontalströmung und der Durch- mischung eines tiefen, ungeschichteten Sees 
mit Hilfe einzelner, übereinander befindlicher Wasserwalzen (aus Grim 1957)

Geographische Kenndaten

Das Pulvermaar ist mit seiner fast kreisrunden Form ein Musterbeispiel für ein Maar und einen tiefen Maarsee.
Das oberirdische Einzugsgebiet ist beim Pulvermaar sehr klein. Es wird durch die Wasserscheide begrenzt, die beim Pulvermaar oben auf dem Kraterrand liegt
Die Wasserscheide kann man in einem Luftbild sehr gut erkennen, weil der Innenrand des Kraterwalles beim Pulvermaar bewaldet ist. Der Umgebungsfaktor als das Verhältnis des Landfläche des Einzugsgebietes 
(= Einzugsgebiet ohne Seeoberfläche) zur Seeoberfläche ist beim Pulvermaar mit 1,4 so groß wie die Seeoberfläche. Dadurch ist der natürliche Eintrag von Stoffen aus dem Einzugsgebiet sehr gering, was zur Folge hatte, dass der Nährstoffeintrag auch gering war und der See sich bis in unsere Tage in einem nährstoffarmen Zustand halten konnte. Bei den meisten Seen ist das Verhältnis der Landfläche des Einzugsgebietes zur Seeoberfläche viel größer und liegt zwischen 20 und 30. Demzufolge sind auch viele europäische Seen bereits kurz nach der Eiszeit eutrophiert. Beispiele hierfür sind das Meerfelder und Schalkenmehrener Maar sowie das Holzmaar. Es gibt nur wenige Seen auf der Erde, bei denen der Umgebungsfaktor kleiner als 1,4 ist. Hierzu gehört das Weinfelder Maar mit 1,2.

Mit einer größten Tiefe von 74 m ist das Pulvermaar der tiefste deutsche See nördlich der Alpen, wenn man von den Alpenvor-
randseen absieht. 
Das Pulvermaar war bis 1942 sogar noch tiefer: 78 m. Damals hatte die Chemisch- Physikalische Versuchsanstalt der Marine in Kiel Unterwasserminen im Pulvermaar getestet. Als Folge dieser Unterwasser- sprengungen ist der Wasserspiegel um rund 4 m abgesunken. Nach dem zweiten Weltkrieg ist der Wasserspiegel abermals abgefallen. 

Am Pulvermaar befindet sich seit 1928 ein Wasserwerk, dessen Wasserentnahmen nach dem Kriege so gesteigert wurden, daß mehr Wasser entnommen wurde als durch den Regen nachgeliefert wurde. Als Folge ist der Wasserspiegel um mehrere Meter gesunken.

 Im Jahr 1980 wurde im Kreis Daun die Trinkwassergewinnung umgestellt. Seitdem erfolgt aus dem Pulvermaar eine geringere Wasserentnahme. Der Maarwasserspiegel hat sich gegenüber dem Tiefstand im Jahr 1979 um rund 1,7 m gehoben, wodurch die Erlen am Ufer zum Teil im Wasser stehen.



Abb. 3:  Wasserstände im Pulvermaar von 1947 bis 1984. HW= höchster Wasserstand; NW=niedrigster Wasserstand in dem betreffenden Jahr
(aus Scharf 1987)
 
Abb. 4: Lage und schematische Darstellung der Belüftungsanlage im Pulvermaar
(aus Scharf 1987, verändert)


Abb. 5:
Querschnittsdarstellung der Belüftungsanlage im Pulvermaar
 (aus Scharf 1987, verändert)

Das Pulvermaar ist nicht nur absolut, sondern auch in Beziehung zur Seeoberfläche sehr tief. Die größte Tiefe beträgt mehr als 10% des mittleren Durchmessers der Seeoberfläche. Von 86 europäischen Seen (Siebeck 1982) gibt es nur fünf, bei denen dieses Verhältnis über 10% ist. Hierzu gehören das Weinfelder, das Gemündener und das Ulmener Maar. Alle diese Seen neigen zur unvollständigen Durchmischung (Meromixie).
Die theoretische Wassererneuerungszeit, also die Zeit, in der der gesamte Wasserkörper durch zufließendes und abfließendes Wasser theoretisch einmal ausgetauscht ist, ist beim Pulvermaar mit rund 70 Jahren ungewöhnlich lang. Eingetragene Stoffe werden erst nach vielen Jahrzehnten wieder aus dem See ausgeschwemmt. Zum Vergleich sei die Wassererneuerungszeit vom Tegernsee mit 1,25 Jahren angeführt. In den Tegernsee fließt also jährlich etwa die Wassermenge zu, die seinem Seevolumen entspricht. Beim Tegernsee war es möglich, die Wasserbe- schaffenheit dadurch zu verbessern, dass man die Abwässer der anliegenden Gemeinden in einer Ringkanalisation zusammenfasste und am See vorbeileitete. Durch die kleine Wassererneuerungszeit waren alle belastenden Stoffe innerhalb weniger Jahre aus dem See ausgeschwemmt. Aus dieser Gegenüberstellung wird deutlich, wie gefährlich sich eine Belastung für das Pulvermaar auswirken muß

Scharf, B.W. (1987):  
Limnologische Beschreibung, Nutzung und Unterhaltung von Eifelmaaren. 118 Seiten; Herausgeber: Ministerium für Umwelt und Gesundheit Rheinland-Pfalz, 
Kaiser-Friedrich-Str. 7, 65000 Mainz 1

LinkWasserqualität - Pulvermaar